06 von Koszek nach Coilkowizna

Das Wetter bleibt schwül und heiß. Die Temperaturen bewegten sich auch bei bedecktem Himmel jenseits der 30 Grad Marke, am Nachmittag schauerte es.

Da kam uns der nächste McDonald gelegen. Ich besetzte also einen der wenigen Plätze, bei dem sich eine Steckdose befindet, Dieter hat gerade die Toilette zu seinem Bad umfunktioniert, als mich eine alte Frau fragte, ob am Tisch noch Platz sei. Adelheid Swobota, so der Name der rüstigen Dame, kamen nach und nach immer mehr deutsche Wörter in den Sinn und so erzählte sie, dass dieser Tisch ihr Stammplatz sei, den sie jeden Sonntag aufsuche. Das und die kostenlose Busfahrt (ab 70 Jahre ist dies in Polen möglich) in ihrem Geburtsort seien die einzige Freuden, die sich zur Feier des Tages gönnt. Da in Schlesien sehr viele Kirchen stehen, fragte ich sie, ob sie denn schon in der Kirche gewesen sei. Nein antwortete sie, aber sie habe an der Morgenmesse von Radio Katowice teilgenommen. Wir haben ihr ein Essen und einen Kaffee spendiert, worüber sie sich sehr freute und uns dann weiter auf die Reise gemacht.

Das oberschlesische Kohlenrevier ist dem Ruhrpott ähnlich, gleichwohl der Kohle- und Erzabbau noch floriert. Vorbei an tristen Häusern und ebensolchen Bewohnern haben wir ein Stück Autobahn genommen und fast wäre der Meister an einem wunderschönen Park vorbei gefahren, obwohl es schon dunkelte. Am Ende konnte ich ihn doch überzeugen und so sitze ich nun im Park auf einer Bank und verfasse diesen Reisebericht.