35 Tag: Ausflug nach Dubrovnik

Heute morgen sind wir zu unserem Ausflug nach Dubrovnik früh gestartet. Entlang der viel befahrenen Hauptstraße ging’s wieder 200 Höhenmeter hinauf, die wir in einer kurzen, steilen Einbahnstraße, entgegen der erlaubten Fahrtrichtung, vernichteten – aber stand da nicht gerade ein Fahrrad am Wegesrand. Tatsächlich trafen wir noch einmal auf Julia, die in Dubrovnik ihren Bruder besuchte und nun an einer romantischen Stelle von der Stadt Abschied nahm. Sie erzählte uns, dass sie nach Bosnien Richtung Trebinje fahren werde, der Verkehr auf der Hauptstraße sei ihr einfach zu viel. Gestern war ich einen Teil dieser Strecke zufällig gefahren und konnte ihr die Weiterfahrt über Bosnien gen Norden nur empfehlen. In Dubrovnik erwartete uns das volle Touri-Programm, die Menschen schoben sich förmlich durch die engen Gassen, Stadtführung um Stadtführung zog an uns vorüber, Lokale im Überfluss, vor ihnen die Kellner wie Piraten ihrer Beute lauernd, kein Platz an dem wir gerne länger verweilen wollten, auch wenn die Stadt ohne Zweifel ihren Reiz hat. Wir entschieden uns für die alte Straße Richtung Kupari – natürlich entgegen der Fahrtrichtung, bis ein Polizist Dieters Weiterfahrt stoppte und ihn zum Schieben zwang. Aber nicht lange danach, saß er wieder im Sattel. Entlang der Küste, entdeckten wir drei Kilometer von Dubrovnik entfernt eine Hotelruine, die einen ausgezeichneten Schlafplatz gegeben hätte, tja, vielleicht beim nächsten Mal. Das letzte Stück der alten Straße war selbst für Fußgänger wegen Felzsturzgefahr gesperrt, wir fuhren trotzdem weiter und erreichten auf dieser wildromantischen Straße schließlich wieder die Hauptstraße. In Kupari steuerten wir die nächste Bar an und stärkten uns mit Cola und Bier. Hier verbrachten wir den ganzen Nachmittag, weil wir einen neuen Schlafplatz am Strand auserkoren hatten und wir sowieso warten mussten, bis der Strand sich leerte. Mit Beginn des Abends besuchte ich noch einmal die Bauruinen aus längst vergangenen Tagen. Es war ein eigenartiges Gefühl, die Bruchstücke dieser mondänen Ära mit Füßen zu treten.

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