33 Tag: Von Herceg Novi nach Kupari

Nachdem wir unser Nachtquartier bezogen hatten, ging’s gleich mit Musik weiter. Nicht weit von uns war ein großes Bikertreffen. Wie es bei diesen Veranstaltungen üblich ist, wird laut und lange gefeiert, die letzten Töne vernahm ich um 03:00, dann gewann der Schlaf. Um 07:00 Uhr war die Nachtruhe vorbei, die ersten Fischer und einheimischen Sonnenanbeter suchten ihren Platz an der Promenade. Just als wir alles zusammen gepackt hatten, bemerkte ich, dass Dieters Hinterreifen platt war. Zum Glück hatten wir aber jede Menge Platz und Wasser war auch nicht weit. Die Reifenreparatur nahm doch einige Zeit in Anspruch, auch deshalb, weil sich meine Luftpumpe im Sattelrohr verhakt hatte. Erst mit leichten Schlägen lockerte sie sich, wobei ich mir aber mein Rücklicht ruinierte. Nach fünf Kilometer machten wir an einer Tankstelle Halt, um einen Kaffee zu trinken und Dieters Rad vollends aufzupumpen. Just in dem Moment holte uns Julia wieder ein, die auf einem Campingplatz kurz vor Herceg Novi übernachtet hatte.
5000 Kilometer in 10 Wochen durch 15 Länder, aus Frau alleine, dir zollen wir unseren höchsten Respekt, Julia. Mögen deine Fahrten durch die Tunnels nun sicherer sein, meiden würde ich die Tunnels ob ihrer „Nebenwirkungen“ allemal.
Kurz nach der Tankstelle wartete noch ein Pass mit 200 Höhenmeter auf uns, und damit war Montenegro für uns Geschichte, Kroatien hieß uns Willkommen. Kurz vor dem Flughafen aßen wir zu Mittag und trafen erneut auf ein italienisches Paar, das ebenfalls mit dem Rad unterwegs war. Die beiden stammten aus Dolo und kannten „Antonia“, Insidern bestimmt ein Begriff. Sie hatten in 30 Tagen über Slowenien, Ungarn, Kosovo und Albanien Montenegro erreicht und fahren nun auf den Spuren der Venezianer Richtung Heimat. Noch ein Wort zum Flugtransport der Räder: In Dubrovnik und Umgebung gibt es kein Fahrradgeschäft, allenfalls ein Intersportgeschäft, bei dem wir nach Verpackungskartons hätten nachfragen können. Unsere Lösung für dieses Problem war Folgende: Wir fuhren zum Flughafen, fragten an der Information nach einen Verpackungsservice, und siehe da, den gibt’s hier tatsächlich. Also auf zum Verpackungsservice und mit dem Mann verhandeln. Die Räder müssten abmontiert werden, damit der Rahmen auf seine Maschine passe. Auch die Gepäcktaschen seien kein Problem. Der Preis pro Rad ist mit 7 Euro moderat, in Odessa hatten wir dafür immerhin 10 Euro bezahlt. Vorsichtshalber habe ich noch einmal am Checkin bei Eurowings nachgefragt, ob diese Verpackung für Fahrräder akzeptiert wird – auch hier gab’s ein OK. Soweit die Theorie, am Sonntag kommt der harte Praxistest… Am Abend hieß es zwischen Cavtat und Dubrovnik noch eine schöne Bleibe für drei Badetage zu finden. Auf halber Strecke wurden wir in einer schönen Bucht fündig.

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